Das Albumcover "The Death Of Randy Fitzsimmons" von The Hives ist ein Foto aus der Perspektive von unter der Erde. Der größte Teil des Bildes ist schwarz. In der Mitte ist ein Ausschnitt einer Sarggröße zu sehen. Daraus gucken die Bandmitglieder mit Schaufeln auf die Kamera herab.

Album der Woche

The Hives mit „The Death Of Randy Fitzsimmons“

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Die „best live band in the world“ ist zurück. Dazu wurden The Hives 2006 zumindest vom Spin Magazine ernannt. Nach fünf Alben und vielen Hits wie „Main Offender“ war es zuletzt eher ruhig um die fünf Schweden. Jetzt, elf Jahre nach dem Release ihres letzten Albums, melden sie sich mit neuer Musik zurück. Die Platte „The Death of Randy Fitzsimmons“ liefert zwölf neue Songs, die vor allem eins sind: aufsässig und laut. Genau, wie man es von der Alternative-Rock-Band gewohnt ist. Hier beweisen „The Hives“, dass sie auch nach 30 Jahren kein Stück erwachsen geworden sind.

Garagenrock mit Konzept

Das Album erzählt die Geschichte über das Ableben des mysteriösen sechsten Bandmitglied Randy Fitzsimmons. Er ist angeblich der Songwriter der Band, wird von den meisten aber für eine fiktive Figur gehalten. In den Songs erzählen die Schweden, wie sie von dessen Tod erfahren haben. Eine Leiche gibt es aber nicht. Stattdessen finden sie in seinem Grab die Demobänder für die neuen Songs. Wie man es von der Band gewohnt ist, sind diese zum Großteil energetischer Garagenrock.

Mit den schwarz-weißen Anzügen kehrt ein weiteres Markenzeichen der Band auch in diesem Album zurück. The Hives beweisen außerdem, dass das Talent zum Schreiben guter Songs nicht mit Fitzsimmons verschwunden ist.

Explosiv und energetisch

Der Song „Bogus Operandi“ ist der Eröffnungssong der Platte. Hier zeigen die Schweden, dass sie nicht an Energie und Explosivität verloren haben. Mit vielen Riffs und schnellem Tempo zieht der Song die Aufmerksamkeit der Hörer*innen von Anfang an auf sich. Dank des eingängigen Refrains, in dem die Line „like I said“ immer wiederholt wird, bleibt der Song im Ohr. Mit viel Kunstblut und explodierenden Köpfen ist das Musikvideo aber nichts für schwache Nerven.

Weiter geht’s mit „Countdown to Shutdown“. Der Der Song überzeugt vor allem mit der starken Bassline. Hier beweist der Bassist Johan Gustafsson sein Können. Er hat sich „The Hives“ für dieses Album jetzt auch als Vollmitglied angeschlossen. Ansonsten kann der energiegeladene Song mit seinem schnellen Tempo und dem charakteristischen Stakkato-Riff punkten. Sänger Howlin Pelle beschreibt den Song als einen „vielseitigen Banger für all deine Sommerrock-Bedürfnisse“.

Vertrauter Sound mit experimentellen Elementen

Dass sie auch anders können, beweisen die Musiker mit „Rigor Mortis Radio“. Im Gegensatz zu manch anderen Songs auf dem Album geht dieser Song nicht so stark nach vorne. Das Midtempo-Stück bringt nach den ersten Liedern der Platte eine schöne Abwechslung rein. Trotzdem ist der Song nicht weniger intensiv und sorgt auf jeden Fall für gute Stimmung.

Auch der Song „Stick Up“ fällt nicht unter den Sound, den die Band normalerweise hören lässt. Wer The Hives kennt, weiß, dass die Mitglieder gerne gelegentliche Abstecher in andere Musikgenres machen. Der Track klingt mit Tamburin und Background-Chor zum Beispiel ziemlich nach Big Band und würde sich bestimmt als Titel für einen James Bond-Film eignen.

Kurz vor Schluss punkten die Schweden nochmal mit dem dynamischen Song „What Did I Ever Do To You?“. Der Titel ist nicht so schnell wie andere Stücke auf dem Album, legt aber aber gegen Ende nochmal an Tempo zu. Mit Synthie und Elektrobeats hört er sich außerdem stark nach 80er an. Zusammen mit der Bläsersektion hat der Song deshalb einen besonderen Charme.

High Energy Rock

Insgesamt ist „The Death Of Randy Fitzsimmons“ ein aufsässiges High-Energy-Rock-Album, für das sich das lange Warten der Fans gelohnt hat.

Warum die Band ihrem Sound nach 30 Jahren immer noch treu bleibt und die gleiche Energie abliefert wie schon bei ihren ersten Alben, begründet Frontmann Howlin Pelle so: „Es gibt keine Reife oder so einen Scheiß, denn wer zum Teufel will schon reifen Rock? Rock‘ n‘ Roll kann nicht erwachsen werden, er ist ein ewiger Teenager und dieses Album fühlt sich genauso an. “

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Autorin: Jule Herrmann