Das Albumcover "The Day My Father Died" von SYML zeigt eine Collage aus verschiedenen gemalten Menschen, die hinter Pflanzen stehen. Im Hintergrund ist der große Mond zu sehen. Das Cover ist blau und weiß.

Album der Woche

SYML mit „The Day That My Father Died“

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Programmierer, Produzent und Perkussionist – alles Titel, die sich Brian Fennell geben darf.  Unter dem Namen SYML – walisisch für „einfach“ – überzeugt der Singer-Songwriter mit seiner zarten Stimme und emotionalen Texten. Jetzt hat SYML sein neuestes Studioalbum „The Day That My Father Died“ veröffentlicht – unser Album der achten Kalenderwoche.

Seine musikalische Karriere begann schon lange vor der Veröffentlichung seiner eigener Musik. Geboren und aufgewachsen in Issaquah, Washington, bekam Brian Fennell bereits in jungen Jahren klassischen Klavierunterricht. Mit 18 Jahren schrieb er dann zur Trauerbewältigung nach dem Tod eines Schulkameraden seine ersten Songs. Später studierte der Singer-Songwriter in Seattle Musikpädagogik, mit dem Plan, Musiklehrer an einer Highschool zu werden. Anschließend eignete sich der US-Amerikaner die Fähigkeiten eines Programmierers, Gitarristen und Produzenten selbstständig an. 2005 verwarf SYML seine Pläne und wurde Mitglied des Indie-Rock-Trios Barcelona.

Die Zeiten als Bandmitglied von Barcelona

Nachdem Fennell bei einem Soloprojekt seine Freunde Chris Bristol und Rhett Stonelake um deren musikalische Unterstützung fragte, bemerkte er schnell, dass er als Teil einer Band besser funktionierte. Die Indie-Rock-Band veröffentlichte 2007 unabhängig von einem Label ihr Debütalbum „Absolutes“. Um sich auf das Lieder schreiben konzentrieren zu können und weiter unabhängig zu bleiben, gründete das Trio daraufhin sein eigenes Label NBD Music. Beeinflusst von Bands wie U2 oder Coldplay liefert Barcelona typischen Kuschelrock, der vor allem vom Klavier begleitet wird. Fennell findet für den Stil einen treffende Beschreibung:

„Wir stufen unseren Musikstil als Pianorock ein.“

– Brian Fennell im Interview mit The Signal
Das Foto zeigt den Musiker SYML, der in einem roten Raum steht und zur Seite schaut.
Nach zehn Jahren in der Band Barcelona startete SYML seine Solokarriere. Foto: Sarah Cass

Start als Solokünstler

Zehn Jahre Bandmitglied zu sein, genügten dem Singer-Songwriter und er beschloss, dass es Zeit für Veränderung war. Das war die Geburtsstunde seines Soloprojekts, bei dem der Künstler fortan unter dem Namen SYML seine eigene Musik veröffentlicht. Nachdem die US-amerikanische Drama-Serie „Teen Wolf“ seinen Song „Where’s My Love“ verwendet hatte, explodierte die Single weltweit und SYML etablierte seinen Namen in der Musikwelt. 20 Wochen lang war der Hit in den Billboard Rock Songs-Charts und wurde sogar mit mehreren Goldenen Schallplatten ausgezeichnet. Seine Musik ist eine Mischung aus Dream-Pop, Synth-Rock und Folktronica, während SYMLs zarte Stimmfarbe an Kolleg*innen wie Bon Iver erinnert. Mit Sample-Pads, Keyboard und gezielten Loops schafft der Künstler seinen persönlichen nachdenklichen, melancholischen Sound. Ganz im Sinne seiner Namensgebung folgt SYML einem möglichst einfachen Stil:

 „Wenn die Dinge freigelegt werden, wenn sie nackt und roh sind, gibt es keinen Platz zum Verstecken.“

– SYML in der Biografie von laut.de

Umgang mit dem Verlust seines Vaters im neuen Album

Am selben Tag der Veröffentlichung seines Debütalbums erhielt sein Vater die Diagnose Krebs. Drei Jahre später und nur ein paar Tage nach dem zweiten Todestag seines Vaters liefert uns SYML sein zweites Studioalbum „The Day That My Father Died“. Songs wie „Feel Your Pain“ oder „Howling“ bringen das starke Gefühl nach einem Verlust mit einer Note von Zuversicht auf die Platte.

„Dieses Album hat 15 Songs (wie früher?). Die meisten davon habe ich geschrieben, bevor mein Vater starb, und das Album habe ich ein paar Monate nach seinem Tod aufgenommen.“

– SYML bei der Ankündigung des Albums

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Mehr Informationen

Neben der Trauerverarbeitung erzählt der Singer-Songwriter in Liedern wie „Believer“ Geschichten, die von zwischenmenschlichen Beziehungen handeln. Er nutzt sein neues Album, um seine intensive Reise der letzten drei Jahre zu be- und verarbeiten. Während SYML im Londoner Greenwich Park sitzt, schreibt er am Tag des Album-Releases auf seinem Instagram-Kanal:

„Hier zu sitzen, fühlt sich wie jeder andere Tag an. Leute küssen sich und fotografieren die Aussicht; wollen sich an den Moment erinnern, sind auf der Durchreise. Dieses Album ist genau das. Es ist jeder Tag meines Lebens der letzten drei Jahre; sich erinnern wollen, aber nur auf der Durchreise sein.“

– SYML auf Instagram am 3. Februar 2023

Unsere weiteren Alben der Woche findet ihr hier.

Autorin: Klara Fuhrmann